Tipps zu Oberschenkelprothesen

Hautprobleme am Prothesenrand (1)

Haben Sie oft wunde Stellen am oberen Prothesenrand? In meinen ersten Jahren als Prothesenträger hatte ich trotz guter Passform des Schaftes regelmäßig damit zu kämpfen. Seit eineinhalb Jahren schmiere ich nach dem Anlegen der Prothese die gefährdeten Hautpartien mit einer ausreichenden, aber nicht zu großen Menge Vaseline ein - und hatte seitdem nicht eine einzige wunde Stelle!

J.-C. Ihrens

Hautprobleme am Prothesenrand (2)

Ebenfalls für den Prothesenrand, aber auch bei nicht optimaler Druckverteilung innerhalb des Schaftes geeignet sind Gelpflaster, in Apotheken meist unter dem Namen "Compeed" erhältlich. Als ich einen Tag vor einem London-Urlaub, bei dem ich sechs Tage lang von morgens bis abends herumlaufen wollte, bereits wundgelaufen war, habe ich mich endlich einmal getraut, dieses Mittel, das ich als allerletzte Option für verzweifelte Situationen im Hinterkopf hatte, auszuprobieren. Und ich bin völlig begeistert - meine Befürchtungen, das Problem nur an eine andere Stelle zu verlagern, haben sich nicht bewahrheitet; stattdessen war ich sofort nach dem Aufkleben des Pflasters in der Lage, das geplante "Streckenpensum" ohne weitere Beeinträchtigungen zurückzulegen. Während andere Arten von Pflastern in einem Prothesenschaft nur Probleme bereiten, hält Compeed bombenfest und verursacht keinerlei Reizungen o. Ä. Seit dieser Erfahrung habe ich immer mindestens eine Packung dieser Gelpflaster im Haus.

Die Packungsbeilage sollte beachtet werden; ggf. vor dem Kauf vom Apotheker beraten lassen. So sollten z. B. Diabetiker vor der Benutzung ihren Arzt befragen. Einige Hinweise finden Sie unter http://compeed.trnd.com/faqs/.

J.-C. Ihrens

Hautprobleme am Prothesenrand (3)

Oft passiert es, dass man den Oberschenkelstumpf mit der Anziehhilfe zu fest in den Schaft zieht, so dass die Haut besonders im Schritt zu sehr unter Spannung steht (nur, wenn der Strumpf nicht in der Prothese verbleibt). Dies lässt sich vermeiden, wenn man ein kleines Stück Stoff (z. B. ein halbiertes Taschentuch) über den Prothesenrand legt, dann die Prothese anlegt und das Stück Stoff zum Schluss wieder herauszieht. Dadurch wird die Haut wieder ein wenig aus der Prothese herausgezogen und somit entspannt. Achten Sie darauf, dass Sie den Stoff beim Anziehen nicht zu weit mit in den Schaft hineinziehen, da Sie sonst zuviel Haut mit herausziehen, was zu unangenehmen Hautfalten am Prothesenrand führen kann, die man sich wundlaufen könnte!

Eine hervorragende Alternative zu den auch heute noch üblichen Anziehhilfen aus Strumpfstoff sind übrigens die Quickfit-Anziehhilfen der Firma Gömed. Sie sind extrem belastbar (Fallschirmseide!), sehr gleitfähig und bewirken vor allem, dass der Stumpf sehr gleichmäßig in die Prothese gezogen wird, wodurch das oben beschriebene Problem nur noch äußerst selten auftritt. Einzige Gefahr: Durch zu schnelles Einziehen kann es passieren, dass das Volumen des Stumpfes nicht wirklich in den Schaft transportiert wird. Mit ein wenig Übung sollte das aber kein Problem sein.

J.-C. Ihrens

Neues Ventil beseitigt mehrere Probleme

Meine Haut ist offenbar recht empfindlich - die kleinen "Luftausstoßlöcher" sorgten bei mir grundsätzlich für Hautrötungen und Scheuern, weshalb ich sie abkleben musste, wodurch das Ablassen von Luft natürlich unmöglich wurde. Das PushValve-Ventil von Otto Bock hat nur noch ein Loch, das zudem nicht ganz so groß ist, was aber das Problem trotzdem nicht beseitigt. Zudem trägt es sehr auf, und da es bei mir vorn positioniert sein muss, damit ich als Dreifachamputierter die Anziehhilfe einhändig und weitgehend im Sitzen durch das Loch ziehen kann, kommt es sehr häufig mit auf die Beine gelegten Ordnern, Rucksäcken etc. in Kontakt. So angenehm das leichte Entnehmen des Ventils ohne zu schrauben auch ist, so unangenehm ist es, dass in solchen Situationen sehr leicht Luft in den Schaft gelangt.

Foto: Das ClickValve-Ventil von Otto Bock

Otto Bock hat diese Probleme nun mit einem neuen Ventil in den Griff bekommen - dem ClickValve. Die Luftausstoßlöcher befinden sich nicht mehr dort, wo die Haut aufliegt, sondern an der Seite, das Ventil ist dünner und trägt somit weniger auf, und man muss deutlich mehr Kraft aufwenden, um es herauszunehmen, sodass dies nicht mehr versehentlich geschehen kann.

Wer die von mir geschilderten Probleme kennt, sollte beim Bau seiner nächsten Oberschenkelprothese mal nach dem ClickValve fragen.

J.-C. Ihrens

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