Hilfsmittel

Auswirkungen des 1. und 2. NOG, GKV-Solidaritätsstärkungsgesetzes (GKV-SolG), GKV-Gesundheitsreformgesetzes 2000 (GKV-GR-2000):

Definition

Hilfsmittel sind sächliche medizinische Leistungen. Zu ihnen gehören:

  • Körperersatzstücke und orthopädische Hilfsmittel,
  • Seh- und Hörhilfen, Inkontinenz- und Stomaartikel,
  • technische Produkte wie Applikationshilfen und Inhalationsgeräte.

Wann und für wen besteht ein Anspruch auf Hilfsmittel?

Versicherte nach dem Sozialgesetzbuch V haben Anspruch auf Hilfsmittel, um:

  • den Erfolg der Krankenbehandlung zu sichern oder
  • einer drohenden Behinderung vorzubeugen oder
  • eine Behinderung auszugleichen.

Ausnahme: Hilfsmittel = Gebrauchsgegenstand des täglichen Lebens

Auch nach dem GKV-Gesundheitsreformgesetz 2000 gilt:

Icon: Achtung-Schild

Für Hilfsmittel gibt es keine Budgetierung und keine Richtgrößen. Hilfsmittel bleiben nach wie vor Pflichtleistungen der GKV!

Wann sind gesetzlich geregelte Zuzahlungen für Hilfsmittel zu leisten?

Gesetzlich Versicherte haben bei der Abgabe von Bandagen*, Hilfsmitteln zur Kompressionstherapie* (*keine Zuzahlung bei Orthesen und Hilfsmitteln zur Kompressionstherapie bei Brandverletzungen) und orthopädischen Einlagen seit dem 1. Juli 1997 eine Zuzahlung in Höhe von 20% zu leisten.

Der Leistungserbringer (z. B. Apotheker oder Sanitätsfachhändler) muss die Zuzahlung der Versicherten bei den genannten Produktgruppen einziehen und hat diese von seinem Vergütungsanspruch gegenüber den Krankenkassen abzuziehen.

Befreiung von der Zuzahlungspflicht (Härtefallklausel)

Keine Zuzahlung ist zu leisten, wenn die monatliche Einkommensgrenze von 952,- EUR nicht überstiegen wird. Der Freibetrag erhöht sich bei einem im gemeinsamen Haushalt lebenden Angehörigen um 357,- EUR und um 238,- EUR für jeden weiteren. Versicherte, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, bleiben von der Zuzahlungspflicht befreit.

Über weitere Details informiert jede Krankenkasse!

Die Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen haben die nachfolgende Produktgruppenübersicht erstellt. Hiernach sind die Hilfsmittel wie folgt eingeteilt:

01
Absauggeräte
02
Adaptionshilfen
03
Applikationshilfen
04
Badehilfen
05
Bandagen
06
Bestrahlungsgeräte
07
Blindenhilfsmittel
08
Einlagen
09
Elektrostimulationsgeräte
10
Gehhilfen
11
Hilfsmittel gegen Dekubitus
12
Hilfsmittel bei Tracheostoma
13
Hörhilfen
14
Inhalations- und Atemtherapiegeräte
15
Inkontinenzhilfen
16
Kommunikationshilfen
17
Hilfsmittel zur Kompressionstherapie
18
Krankenfahrzeuge
19
Krankenpflegeartikel
20
Lagerungshilfen
21
Messgeräte für Körperzustände / -funktionen
22
Mobilitätshilfen
23
Orthesen
24
Prothesen
25
Sehhilfen
26
Sitzhilfen
27
Sprechhilfen
28
Stehhilfen
29
Stomaartikel
30
Schienen
31
Schuhe
32
Therapeutische Bewegungsgeräte
33
Toilettenhilfen
99
Verschiedenes

Wichtige Informationen für den niedergelassenen Arzt:

  • Hilfsmittel können nach wie vor zu Lasten der GKV verordnet werden.
  • Die Hilfsmittelverordnung belastet kein Arznei-, Verband- oder Heilmittelbudget.
  • Richtgrößen, die für Wirtschaftlichkeitsprüfungen heranzuziehen sind, werden nicht für Hilfsmittel festgelegt.
  • Eine namentliche Verordnung eines Hilfsmittels kann im Einzelfall vorgenommen werden.
  • Bei Hilfsmitteln besteht keine Gefahr von Ausgleichszahlungen über die Kassenärztlichen Vereinigungen.

Achtung - Verwechselungsgefahr!

Hilfsmittel dürfen nicht mit Heilmitteln verwechselt werden! Heilmittel (besser Heilleistungen) sind persönlich erbrachte medizinische Leistungen, insbesondere Leistungen der Physiotherapie, der Sprachtherapie und der Beschäftigungstherapie.

(Stand: Mai 2003)

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