Mathias Stiller - Orthopädiemechaniker und vielseitiger Sportler

Foto: Beinprothesenträger Mathias Stiller auf seinem Motorrad (Studiofoto)
Mathias Stiller auf seinem Motorrad

Auch in den eigenen Reihen haben wir einen sehr aktiven Prothesenträger - Mathias Stiller arbeitet seit 2004 bei uns und zeigt uns täglich, was mit Prothesen alles möglich ist.

Ralph Scharpenberg: Hallo Mathias, ich hoffe, du verzeihst uns, dass wir nun auch dich zu einem Interview verdonnert haben. (grinst)

Mathias Stiller: Das mache ich sogar gern - die neue Seite mit den "Erfolgsstories" finde ich klasse, und es sind einige tolle Persönlichkeiten dort zu finden.

Ralph Scharpenberg: Magst du dich kurz vorstellen?

Mathias Stiller: Klar. Ich bin 26 Jahre alt, komme ursprünglich aus Stralsund und bin wegen des Jobs hier nach Rostock gezogen. Vor etwa zehn Jahren wurde mir der linke Unterschenkel amputiert.

Ralph Scharpenberg: Du bist jetzt seit vier Jahren bei uns als Orthopädiemechaniker tätig. In der Zeit hat sich auch an deiner persönlichen Versorgung einiges getan.

Mathias Stiller: Allerdings. Als ich kam, hatte ich eine Prothese mit Weichwand-Innenschaft und einem Liner mit Pinsystem - durchaus eine übliche Versorgung. 2005 wechselte ich zum Harmony-System, das statt eines Pins, also eines Metallstifts am Liner, der im Schaft verankert wird, mit einem Unterdruck-System arbeitet. Das war schon eine ziemliche Verbesserung, aber leider hatte ich dennoch immer wieder Probleme mit meinem Stumpf, da sich nach der Amputation Exostosen - das sind spitze Knochenverwucherungen, die durch Nachwachsen des Knochens an der Amputationsstelle entstehen - gebildet hatten und so kein Endkontakt in der Prothese möglich war. Auch machten mir die Narben immer wieder Schwierigkeiten.

Ralph Scharpenberg: Was hast du dagegen unternommen?

Mathias Stiller: 2007 habe ich mich endlich zu einer Nachamputation entschließen können. Dabei wurden ca. vier Zentimeter Knochen entfernt - mein Stumpf war vorher ohnehin recht lang gewesen -, was zu einer besseren Weichteilabpolsterung führte, und auch die Kraternarbe, die mich oft geärgert hatte, wurde dabei gleich mit "entsorgt". Seitdem ist ein wesentlich besserer Endkontakt in der Prothese möglich, da der Stumpf deutlich weniger empfindlich ist. Und nun bin ich mit meinem Harmony-System auch richtig glücklich.

Ralph Scharpenberg: Das war sicherlich eine nicht ganz leichte Entscheidung, oder?

Mathias Stiller: Natürlich begibt man sich nicht gern unters Messer, und ich habe eine Weile gebraucht, bis ich soweit war, aber inzwischen bin ich sehr froh, dass ich den Eingriff habe vornehmen lassen - es hat sich für mich wirklich gelohnt. Ich bin jetzt erheblich aktiver, weil die Schmerzen weg sind, und neue Exostosen sind zum Glück nicht zu erwarten.

Ralph Scharpenberg: Wir haben dich hier als sehr aktiven Menschen kennen gelernt. Wie sieht deine Freizeit aus? Treibst du Sport?

Mathias Stiller: Hier in der Werkstatt bin ich, wie du weißt, täglich acht Stunden oder mehr auf den Beinen. In meiner Freizeit sind Zweiräder meine Leidenschaft - ich bin begeisterter Supermoto-Fahrer, liebe es, eine Enduro durchs Gelände zu steuern, und setze mich auch sonst gern auf jedes Motorrad. Außerdem bin ich sehr viel mit dem Fahrrad unterwegs, und im Winter bin ich häufig beim Schlittschuhlaufen oder beim Eishockey-Spielen zu finden. Früher habe ich zusätzlich noch Tischtennis im Verein gespielt - vier der insgesamt acht Jahre mit Amputation.

Ralph Scharpenberg: Schlittschuhlaufen und Eishockey? Das stelle ich mir mit Prothese ziemlich schwierig vor...

Mathias Stiller: Nein, das funktioniert sogar extrem gut; ich spiele sehr oft privat mit Freunden.

Ralph Scharpenberg: Dann wünsche ich dir, dass du weiterhin so aktiv sein kannst - vielleicht entdeckst du ja noch neue Sportarten für dich, über die du dann hier berichten kannst. Es ist sicherlich für viele Leser interessant, was mit Prothesen so alles möglich ist.

Mathias Stiller: Das mache ich gern!

Ralph Scharpenberg: So, und nun wieder ab an die Arbeit! (grinst)

Mathias Stiller: Okay, Chef...

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